Pädagogisches Konzept

Die Grundlagen unserer pädagogischen Arbeit bildet die Konduktiven Förderung und Pädagogik nach András Pető.

Die Konduktive Förderung und Pädagogik wurde ursprünglich für Kinder und Erwachsenen mit Körperbehinderung entwickelt. Die Konduktive Förderung versteht sich als untrennbare Einheit von Pädagogik und Therapie. Die motorische Förderung ist ein Teil eines pädagogischen Konzepts, in dem der Mensch in seiner sozialen, emotionalen, sprachlichen und kognitiven Kompetenz gefördert wird. Im Mittelpunkt steht nicht die Beeinträchtigung oder Behinderung eines Menschen, sondern seine Persönlichkeit. Beeinträchtigungen oder Behinderung werden vor allem als eine Lernstörung gesehen, welche die aktive Erfahrung und Wahrnehmung hindert und damit die Entwicklung negativ beeinfusst. Es hat sich in der Praxis gezeigt, dass die Konduktive Förderung und Pädagogik auch bei Entwicklungsstörungen und bei nichtbehinderten Kindern geeignet ist eine gesunde Entwicklung zu unterstützen. Immer mehr inklusive Kindergarten, Krippen und Kitas arbeiten nach dem Konzept der Konduktiven Pädagogik und Förderung. Sie wurde 2001 im Lehrplan der bayerischen Förderschulen mit Schwerpunkt motorischer Förderung aufgenommen und ist im 2013 vom Bayerischen Kultusministerium als besonderes Pädagogisches Konzept der Privaten Schulen Niederaudorf-Inntal anerkannt worden. Seit 2017 ist die Konduktive Förderung und Pädagogik wählbare Studienschwerpunkt im Bachelorstudiengang Heilpädagogik an der Evangelischen Hochschule in Nürnberg.

Geschichte und Entwicklung

Das komplexe Fördersystem der Konduktiven Förderung wurde ursprünglich in den 1950er Jahren von Prof. András Pető zur Förderung zerebralgeschädigter Menschen entwickelt.

Er erkannte, dass ein intaktes Gehirn in die Lage versetzt werden kann, neue Wege zu finden, um Schädigungen zu kompensieren und neue neuronale Verbindungen zu bilden. Petö ging davon aus, dass eine zerebrale Bewegungsstörung unter anderem ein komplexes Lernhindernis darstellt, dass mit besonderen Fördermaßnahmen und angepassten positiven Lernbedingungen aktiv handelnd überwunden oder gemildert werden kann. Ausgehend von der Komplexität der Schädigung stellte er die gesamte Persönlichkeit in den Mittelpunkt der Förderung. Herkömmliche Fördermaßnahmen greifen gezielt spezielle Problembereiche auf. Schädigungen des zentralen Nervensystems stellen jedoch komplexe Behinderungen dar, bei denen die motorischen, kognitiven, sensorischen, psychischen und sozialen Fähigkeiten gleichermaßen betroffen sind.

Leitfaden und Ziele

Die Konduktive Pädagogik nach András Pető basiert auf einem humanistischen Menschenbild, dessen Grundannahme die Bildungs- und Erziehungsfähigkeit jedes einzelnen Menschen ist. Sie betrachtet Jeden in seiner Einzigartigkeit und unterstützt ihn auf seinem individuellen Lebensweg.
Die konduktive Sichtweise sieht den Menschen als komplexes Wesen und konzentriert sich auf die Entwicklung der Gesamtpersönlichkeit. Affektive, psychosoziale und interaktive, kognitive und motorische Kompetenzen sowie die Aneignung lebenspraktischer Fähigkeiten werden nicht isoliert gefördert, sondern in komplexen Lerneinheiten gleichermaßen berücksichtigt. Die Förderung wird von einer dem Entwicklungsalter adäquaten, motivierenden und aktivierenden Gruppenpädagogik getragen. Die Konduktive Förderung verbindet Sprache, Bewegung und Rhythmus und fördert die Kinder in ihrer motorischen, sprachlichen, geistigen und sozialen Entwicklung. Es wird angestrebt, die Entwicklung der Teilnehmer mit möglichst gleichbleibenden Bezugspersonen langfristig in allen Lebensumfeldern zu begleiten. Fachkenntnisse aus verschiedenen Fachbereichen werden von den KonduktorInnen zu einer Einheit verknüpft, um die Förderung auf die individuellen Bedürfnisse abzustimmen. Ziel der Konduktiven Förderung ist es, Menschen in allen Lebensbereichen größtmöglicher Eigenaktivität und Selbstständigkeit zu verhelfen, ihre Integration zu erleichtern, sie zu unterstützen und die Lebensqualität der Betroffenen und ihrer Familien zu verbessern. Der Begriff „konduktiv“ wird vom lateinischen „Conducere“ abgeleitet und bedeutet „hin-, zusammen- und weiterführen“.
In Hinsicht auf die Konduktive Förderung bedeutet das die Zusammenführung von Entwicklungs-, Lern- und Erziehungsprozessen sowie (heil)pädagogischen und medizinisch-therapeutischen Förderinhalten. 
Alle Handlungselemente fügen sich in einen sorgfältig geplanten, zielgruppenorientierten und umfassenden pädagogischen Rahmen ein. Konduktive Handlungen bauen auf die psychischen, emotionalen und neurobiologischen Aspekten des effektiven Lernens. Alltagssituationen werden als Lernumfeld betrachtet und Fähigkeiten und Kompetenzen aus allen Persönlichkeitsbereichen angesprochen. Durch die Anregung der Eigenaktivität und Erfolge nach dem Prinzip „so viel Hilfe wie nötig, jedoch so wenig wie möglich“ wird die Selbstständigkeit und das Selbstbewußtsein gefördert. Konduktive Förderung wird meist in altersgerechten Gruppen aber auch in Form der Individualförderung oder unter Anleitung von Eltern und Angehörigen in sog. Eltern-Kind-Gruppen durchgeführt.


Wesentliche Elemente der Lerngestaltung in der Konduktiven Förderung sind: 

  • Verbindung von Tätigkeiten und motorische Aktivitäten mit Rhythmus und Sprache.
  • rhythmisch wiederholende Abwechslung an Lern-, Spiel-, bzw. Freizeit- und lebenspraktischen Tätigkeiten im Tagesablauf. 
  • Sicherheit und Stabilität gegebene Wiederholungen in den Lerninhalten und im Tages- und Wochenablauf.
  • eine heterogene Gruppe, welche zur Nachahmung und Aktivität anregt und einem altersgerechtes soziales und kommunikatives Umfeld bietet.
  • Alters- und bedarfsgerecht gestaltete Lernangebote, welche das Interesse wecken, zur Selbstaktivität anregen und den Lernerfolg durch emotionale Bindung stärken.
     

  • Spendenkonto

    Verein für Menschen mit Körperbehinderung Nürnberg e.V. IBAN: DE75 7002 0500 0007 8355 00 BIC: BFSWDE33MUE

  • Mitglied werden

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Konduktive Förderung

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Konduktive Förderung nach Petö

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